Schuld und Geschichte

Bereits 1995 hat die Landessynode der EKiR bekannt: „Uns ist bewusst geworden, dass die Kirche gegenüber homosexuell lebenden Menschen im Verlauf ihrer Geschichte bis in die Gegenwart Schuld auf sich geladen hat.“ 30 Jahre später, 2025,  bekennt die Landessynode die Schuld der EKiR gegenüber Personen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren haben.

Die Haltung der Evangelischen Kirche im Rheinland zum Thema LGBTQIA+ hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Wie sich das in Synodenbeschlüssen abbildet, fasst ein Artikel mit der Überschrift Umgang der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland mit dem Themenfeld „Homosexualität, geschlechtliche Vielfalt und Queerness“ ab 1948  zusammen.

Wer die wichtigsten Beschlüsse mit Jahreszahlen finden möchte, findet hier eine Zusammenstellung . Wie lang der Weg bis zur Gleichstellung von LGBTQIA+ Personen war und ist, zeigt die Liste aller Nennungen  verwandter Themen in den Synoden der Evangelischen Kirche im Rheinland seit dem 2. Weltkrieg. Die wichtigen Schritte hin zur Segnung im Jahr 2000 und zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare seit 2016 sind hier zusammengefasst.

Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung wurde und wird häufig fälschlicherweise biblisch-theologisch begründet oder mit Bezug auf das „christliche Menschenbild“ oder das „christliche Abendland“ legitimiert. Dagegen bezieht die Evangelische Kirche im Rheinland Position, ohne die eigene Schuld zu leugnen.

Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung haben sich bereits mehrere Kirchen positioniert, sich gegen Gewalt ausgesprochen und zugleich die eigene Schuld eingestanden, z.B. 2021 die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg (EKBO) und 2023 die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).